Donnerstag, 1. Juni 2017

Glam und Glitter Rock




Der britischer Musikjournalist
 Nik Cohn erzählt in
seinem Buch “A Wop Top A
 Loo Bop A Lop Bam Boom”
die Story des Rock’n Roll, von 
seinen Anfängen bis etwa 1970, 
dem Termin der Drucklegung
des Buches.

1970 war in Sachen 
Musik auch für mich 
das Ende der goldenen Aera des
Rock’n Roll.
Nicht dass es später nicht auch 
gute Musik gegeben hätte,
aber die Jahre des grossen
 Aufbruchs, waren vorbei.

Für Nick Cohn starb der Pop
 mit Sgt. Pepper und 
 mit Bob Dylan, als  die 
Musik anpruchsvoll , 
alles plötzlich ungeheuer bedeutsam wurde,
als tiefsinnige  Botschaften  mit 
grosser Ernsthaftigkeit
 verbreitet und in Feuilletons analysiert wurden.
Die Musiker sich zu Höherem berufen fühlten,
einem mit ellenlangen Soli 
einzuschläfern begannen,
sphärische Klangexperimente wagten ...

Vielleicht lag es einfach
 auch nur am Alter. Cohn 
meint ja auch, dass so 
alle 4 bis 5 Jahre eine 
neue Teenagergeneration 
heranwächst, die sich 
neue Identitätsformen und 
neue Heroen sucht.
Und die nun herangewachsene 
Generation begeisterte sich für 
etwas, das als Glam Rock
 bezeichnet wurde.



Als Ursprung des Glam oder Glitterrocks
 wird  oft Gary Glitter genannt,
der daher kam, wie eine 
Karikatur des späten Elvis.



Andere nennen  Marc Bolan 
als Initiator,
der den Namen seiner Band 
"Tyrannosaurus Rex" wo er von
 Feen und Bewusstseinserweiterung
gesungen hatte, auf T. Rex abkürzte
und fortan 
 Damenschuhe und Federboa anzog
und sich   Glimmerstaub ins Gesicht
klebte.




 Eine treibende Kraft in der Entwicklung
 war auch David Bowie in der
 Rolle seiner Kunstfigur Ziggy Stardust.
Bowie androgyn geschminkt, dekadent 
bekleidet und  gefärbten Haaren gehörte
 zum Hochadel des Glamrock, 

Irgendwie war Glam Rock  auch eine 
Art Gegenbewegung gegen 
die immer bombastischer werdende
 Musik- und Auftrittsformen
des Progressive Rock oder Artrock 
von Pink Floyd, King Crimson, Yes
 und Genesis  die sozusagen immer gleich
eine ganze LP brauchten,
 um ihr Ding loszuwerden.
Im Fall von David Bowie war es  aber auch
 gleichzeitig eine Weiterentwicklung
und Übersteigerung  dieses Trends.

Wesentlichen Einfluss
hatten auch Nicky Chinn
und Mike Chapman, zwei Hitproduzenten,
die eine ganze Reihe der
ganz grossen Hits schrieben.




Gruppen wie  Slade, 



The Sweet,


 Mud, 



... oder Suzi Quatro gehörten eher 
zum Fussvolk des Trends. Sie zeichneten
 sich  aber z.T. durch eine
Rückbesinnung auf die 
Wildheit und Dynamik
 des frühen Rock ’n’ Roll  positiv aus.
Es gab Überschneidungen
zum Rock'n Roll Revival jener Jahre.




Hier wäre auch Alvin Stardust
 zu nennen, der ja eigentlich 
ein Rock’n Roller der ersten
 Stunde war, aber erst
in den Siebzigern zu 
Rang und Namen kam.
Auch Bowie's  Kunstfigur 
“Ziggy Stardust” soll ja 
Vorbild gehabt haben.

Nun, wie man merkt hielt und 
hält sich meine Begeisterung
 in Grenzen.